Ehe/Beziehung, Gedichtet, Nachgedacht

Wünsche zur Hochzeit

Gedanken zum „schönsten Tag des Lebens“

Du heiratest deinen Partner nur einmal im Leben, also soll dieser Tag etwas ganz Besonderes werden, „der schönste Tag des Lebens“, sagt man leichthin, mit dem perfekten Hochzeitsfest.

Es ist Wahnsinn, was dir Hochzeitsplaner, eine ganze Branche rund ums Heiraten oder auch Bilder in sozialen Netzwerken für Ideen liefern für ein schönes Hochzeitsfest, wahnsinnig schön, aber auch ein wahnsinnig hoher Anspruch, der die Messlatte unglaublich hoch hängt und enorm unter Druck setzen kann. Ich weiß, dass manche deshalb sogar auf die Feier verzichten, andere investieren unglaublich viel, manche nehmen Schulden auf, weil die Erwartungen an das Fest so groß sind. Und wenn dann doch eine Panne passiert, kann man schnell zutiefst enttäuscht sein.

Zu unserer Hochzeit gab mir eine Freundin in etwa folgenden Rat:

„Es ist nicht so wichtig, ob dieser Tag nun so abläuft, wie du es dir erträumt hast. Lass dich nicht von dem Gerede um den schönsten Tag des Lebens stressen. Es wäre doch schade, wenn es wirklich der schönste Tag werden würde. Viel wichtiger ist doch, dass das, was danach kommt, nämlich eure Ehe, schön wird.“

Ich bin meiner Freundin für diese weisen Worte sehr dankbar und bin überzeugt davon, dass die Prioritäten so richtig gesetzt sind. Ich glaube, niemand will nur einen glücklichen Tag, jeder hofft auf eine glückliche Ehe. Die Beziehung ist das Wesentliche, nicht die Art, wie wir unserer Freude Ausdruck verleihen, wie wir feiern können.
Ich denke, es ist wie mit der Beziehung zu Jesus. Der Tag, an dem ich mich entscheide, mit ihm zu leben, ist wie ein Doppelpunkt: Das Wichtigste kommt danach, das Leben mit ihm.
Da ist es doch eigentlich unklug, alles von diesem einen Hochzeitstag zu erwarten. Klug wäre es doch, mindestens so viel Energie da hineinzustecken, dass das gemeinsame Leben danach gelingt.

Manchmal glaube ich, wenn wir zu viel Wert auf das Äußere legen, passiert es leichter, dass nach der Traumhochzeit die Ehe zum Alptraum wird. Wir können nicht tagaus tagein schöne heile Welt spielen. Wenn zwei so eng zusammenleben, blicken sie über kurz oder lang hinter die schöne Fassade beim anderen, erleben sie sich in Grenzsituationen, am Ende der nervlichen oder körperlichen Kraft, wo die Schwächen des anderen voll durchschlagen und von keinen Kniggeregeln mehr unter Kontrolle gehalten werden.

Daher glaube ich, es ist gut, wenn wir eine für uns passende, natürliche und authentische Art zu feiern finden und das Fest nicht danach planen, das wir im Vergleich mit anderen gut abschneiden, den neuesten Trends gerecht werden oder irgendwen beeindrucken.

Die Erste streut, die Zweite sammelt auf und der Dritte will alles für sich behalten :)

Als wir heirateten waren wir die ersten in der Familie und beinahe auch im Freundeskreis und hatten wenig Möglichkeit, uns irgendwo abzugucken, wie wir feiern oder nicht feiern wollten.
Wir waren ein Studentenpärchen mit wenig Geld, eine pompöse Traumhochzeit war nicht drin, die wollten wir auch gar nicht, es war uns vor allem wichtig, diesen Tag mit unseren Familien und Freunden zu verbringen, mit den Menschen, die eine wichtige Rolle in unserem Leben bis dahin gespielt hatten.
Uns war bewusst, dass wir die Stimmung auf unserem Fest mit unseren Plänen und Vorbereitungen nur bedingt beeinflussen können, denn es liegt auch viel an den Gästen, wie gefeiert wird. Schön ist es, wenn jeder echt und ungezwungen so sein kann, wie er ist. Man muss die Gäste so nehmen wie sie sind, mit all ihren Eigenarten.

Wir hatten eine schöne Hochzeit mit lieben Gästen, nach unseren Möglichkeiten, eine Hochzeit mit wunderbaren Momenten und auch mit Pannen – manche Programmpunkte sind buchstäblich ins Wasser gefallen.
Manches hätten wir vielleicht gerne anders gehabt, vielleicht feiern wir einen der nächsten Hochzeitstage nochmal als ein ganz anderes großes Fest, voller Dank für alles, was uns seit der Hochzeit miteinander das Leben verschönt hat.

Aber wie ist es bei dir? Bist du verheiratet, wie denkst du über deine Hochzeit?

Ich will dich anregen, dir ein paar Fragen zu stellen:
Hast du deine Hochzeit in schöner Erinnerung? Es läuft ja nie alles perfekt an einem Fest. Kannst du dankbar sein für das, was war? Oder gib es da noch Dinge, die dich immer noch wurmen?

Gab es eine Panne bei der Deko oder dem Catering?
Bist du mit dem Kompromiss, den du wegen deiner Finanzen beim Ambiente, der Ausstattung und Location usw. schließen musstest, unzufrieden?
Hat das Wetter deine Pläne durchkreuzt?
Hat ein anderes Ereignis die Aufmerksamkeit und Feierlaune der Gesellschaft beeinträchtigt?
Haben sich deine Familie und Freunde nicht so verhalten, wie du es dir gewünscht hast?
Hat dich etwas am Ablauf des Tages, den Darbietungen im Programm gestört?
Sind die Fotos nicht schön geworden?

Erinnere dich mit mir nochmal daran:

 

 

Also versteife dich nicht auf deine Idee einer Traumhochzeit. Sei dankbar, für alles Schöne, was war, sieh dir Gottes Schönheit an und entdecke seine Spuren in deinem Alltag. Du kannst jeden Tag sagen: Das Schönste kommt noch!

Egal, ob du nun schon verheiratet bist, gerade heiratest, es planst oder dir nur wünschst:

Dies sind meine Hochzeitswünsche für dich:

Ihr Lieben Liebenden,
ich wünsche euch ein wunderbares Hochzeitsfest.
Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich euch nicht wünsche,
dass dieser Tag der schönste eures Lebens ist.
Natürlich wünsche ich, dass er euch in schöner Erinnerung bleiben wird,
aber es wäre doch schade, wenn es das nun gewesen wäre
mit der Schönheit in eurem gemeinsamen Leben.
Deswegen möchte ich euch sagen:
Wie perfekt auch immer dieser Tag für euch verläuft:
das Schönste kommt noch!
Ich wünsche euch, dass eure Ehe von Tag zu Tag schöner wird,
so dass ihr immer wieder sagen könnt:
Dieser Tag war der schönste bisher.
Wenn ihr allerdings von eurem Partner erwartet,
dass er euch den Himmel auf Erden schaffen wird,
werdet ihr mit Sicherheit enttäuscht werden.
Keiner von uns Menschen ist perfekt
und so wird es auch keine perfekte Ehe geben.
Und doch habt ihr es in der Hand, eure Ehe schön zu gestalten.
Man kann sich nicht selbst glücklich machen,
aber man wird es, wenn man sich gegenseitig glücklich zu machen sucht.
Aber es gibt noch mehr Grund zum Freuen:
Das Schönste kommt noch!
Ihr habt eure Ehe unter den Segen Gottes gestellt
und wollt euer Leben mit Jesus leben.
Ihr dürft euch auf die Vollkommenheit im Himmel freuen.
Die Bibel sagt uns, dass Jesus alle, die zu ihm gehören,
wie eine Braut im Himmel empfängt
und dann wird das perfekteste Hochzeitsfest gefeiert,
was es nur geben kann.
Einen Teil von dieser Schönheit könnt ihr in eurer Ehe erleben,
wenn ihr Jesus in die Mitte eurer „E-H-E“ nehmt:
lasst ihn das „H“, den Herrn, sein
zwischen euren beiden „E“s, euren Egos,
richtet euch nach seinen Anweisungen für’s Leben und
nehmt euch ein Beispiel an seiner selbstlosen Liebe zu euch.
Feiert diesen Tag als Start in eure Ehe,
in der ihr gemeinsam unterwegs seid und
euch gegenseitig dabei unterstützt,
Jesus ähnlicher zu werden
und seiner Schönheit näher zu kommen.“

Sei gesegnet!

 

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