Erprobt, Haushalt

AllZeitBereit-Gepäck

– Als Familie für spontane Unternehmungen gewappnet sein –

Heute wird es mal ganz praktisch. Wenn du bei der Überschrift an Pfadfinderlager gedacht hast, bist du gar nicht so verkehrt, aber die Idee, die ich vorstellen möchte geht viel weiter, ich finde sie sehr nützlich für viele Lebenslagen, das geht vom Überraschungsbesuch bei Oma über ein spontanes Campingwochenende über Nervensparen beim Packen für den Familienurlaub… bis zum Katastrophenalarm ;) .

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Als wir gerade umgezogen waren und ich stillend inmitten des Chaos auf dem Sofa saß, tönten aus dem Radio lauter Nachrichten von diesem und jenem Terroranschlag, dieser und jener Naturkatastrophe und davon, dass unser Innenminister empfahl, jeder Bürger in Deutschland solle zu Hause für den Notfall ein Notgepäck bereit haben. Ich gehöre eigentlich nicht zu den ängstlichsten Zeitgenossen, die jedes denkbare Unheil über sich kommen sehen, aber ich gebe zu, dass ich auch nicht ganz frei davon war „was wäre wenn…“ zu denken. Ich war froh, endlich in einem Haus mit genügend Platz für unsere große Familie samt unserem Krempel angekommen zu sein und wollte eigentlich nicht gleich wieder sprungbereit fürs nächste Abenteuer sein.

Aber was wäre, wenn wirklich ein Notfall eintreten würde?“ Ich vermeide ja sowieso schon – seit wir drei bis fünf kleine bzw. des Lesens nicht mächtige Kinder haben – kurzfristig oder für kurze Zeit einen Wochenendtripp zu unternehmen und lade die Familie und Freunde lieber zu uns ein. Ein Graus finde ich die ganzen Vor- und Nachbereitungen für solch ein Wochenende, weil sie insgesamt länger als die Reise an sich dauern, mehr Stress als Erholung, ob es das Wert ist, überlege ich mir gut. Aber gerade deswegen beunruhigte mich das „Was wäre, wenn wirklich ein Notfall eintreten würde?“

Mit einer Familie wie meiner finde ich es täglich „überlebenswichtig“, gut organisiert zu sein, ach, vielleicht gilt das immer, wenn man Familie hat.
Und deshalb drehte ich die Frage einfach um: „Was wäre, wenn ich ein AllZeitBereit-Gepäck hätte?“ Dann wäre es ja gar nicht so aufwändig, spontan einen Wochenendausflug zu unternehmen, ein Wochenende outdoor zu verbringen oder jemandem einen Wochenendbesuch abzustatten. Das wäre es doch auf jeden Fall Wert!

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Und so machte ich einen Plan. Der Sinn meines AllZeitBereitGepäcks ist, dass man es tatsächlich schnell bereit hat. Die verschiedenen Taschen und Beutel sollten an einer gut zugänglichen Stelle aufbewahrt werden, so weit sinnvoll, schon fertig gepackt, bzw. so, dass sie durch einen Abgleich mit der angehefteten Inhaltscheckliste schnell vervollständigt werden können.

Ich habe dafür mein Modulpacksystem für Familienurlaube auf den Prüfstand gestellt, mit Pfadfinderchecklisten und dem „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ( :) wenn schon denn schon) abgeglichen und daraus meine Checklisten für ein AllZeitBereit-Gepäck zusammengestellt.

Bislang hatte ich meist eine große Tasche, einen Kulturbeutel usw. für mehrere gepackt, dadurch war ich aber auch immer für alles zuständig. Eine grundsätzlich vereinfachende Entscheidung war, dass jedes Familienmitglied seine eigenen AllZeitBereit-Gepäckstücke bekommt. Dadurch waren manche Neuanschaffungen nötig, aber die Arbeit des Packens ist so nicht jedes Mal neu zu erledigen und bleibt nicht nur an mir hängen, denn je nach Alter kann jedes Familienmitglied mit seiner (Bildchen-)Liste selbst einen Teil des Packens übernehmen und auch mal mit seinen Sachen kurzfristig alleine unterwegs sein. In einigen Punkten improvisieren wir noch und haben eine Wunschliste mit sinnvollen Neuanschaffungen, die nach und nach abgearbeitet wird.

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Meine Tipps fürs Zusammenstellen eines AllZeitBereit-Gepäcks:

Das ganze Gepäck besteht aus einem Modulsystem,
– schreibe eine Checkliste für das AZB-Gepäck und deponiere sie an einem zentralen Ort, z.B. in der “Kommando-Zentrale” (pro Person 1 Liste)
– bereite für jedes Familienmitglied die AZB-Gepäckstücke vor (mit Namen versehen),
– befestige an jedem Gepäckstück (oder Aufbewahrungsort) eine kleine Inhaltscheckliste (am besten laminiert),
– lagere das Gepäck möglichst an einem zentralen Ort beieinander (in der Garderobe z.B.)
– vermerke auf der Checkliste, wo man die einzelnen Gepäckstücke bzw. fehlenden Inhalt finden kann:

  • Tagesrucksack (bzw. ggf. Wickeltasche)
  • Kleidungsbeutel für 1-2 Tage (z.B. einfacher Leinenbeutel, passt gepackt sogar in normale Kinderrucksäcke)
  • Jacken und Schuhe
  • (Kleine) Waschtasche/ Kulturbeutel
  • Brustbeutel/ Portemonnaie
  • Dokumentenhülle A4
  • AZB-Päckchen (Pfadfinder wissen Bescheid :), 1.Hilfe & co)
  • Persönliches 7-Sachen-Säckchen ca. Din A5 (Beschäftigung gegen Langeweile…)
  • Stiftemäppchen
  • Verpflegungszubehör (mindestens Flasche und Brotdose)
  • Schlafsack und/oder Wolldecke
  • (Isomatte)
  • ((Fahrrad)Helm)

Außerdem, für den Sommer und für Schwimmunterrichtkinder unbedingt zu empfehlen, eine gepackte

  • Schwimmtasche

Für Outdoor-/Camping-/Selbstverpflegungsaktionen gibt’s dazu noch ein

  • „Sippengepäck“

Zugegeben, das Ganze bedeutet zunächst mal einiges an Organisation, ganz fertig bin ich auch noch nicht, aber: Es macht soo viel weniger Arbeit zu packen als vorher :) , ich habe schon einige Zeit und Nerven gespart bei den letzten Unternehmungen (Ausflug, Wochenende, Strand, Geburtstagsübernachtung…). Je nach Art der Unternehmung braucht man auch nicht alle Gepäckteile, mit den ersten 4 Punkten kommt man schon mal sehr weit, ein 7-Sachen-Säckchen gegen die Langeweile z.B. beim Autofahren oder bei Regenwetter ist auch immer ganz nützlich (persönliche Lieblingssachen dürfen auch noch hinein, aber die Zahl 7 ist unsere Orientierungshilfe, dass es nicht zuviel wird), Flaschen und Brotdosen hat man sicher sowieso parat.

Den Inhalt der Checklisten passt jeder am besten individuell seinen Bedürfnissen an. Ich bin da möglichst minimalistisch rangegangen, so dass alles nicht zu viel und zu schwer wird und gut tragbar ist, Kleidung aus pflegeleichten witterungsbeständigen Materialien nach dem Zwiebelschalenprinzip, Utensilien in Miniaturausgabe…

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AllZeitBereit-Sein – Wofür eigentlich?

Ich glaube, das hat eine äußere und eine innere Dimension.
Bereitsein für Begegnungen mit Menschen, anderen zu helfen, Gott zu begegnen, sich an seiner Schöpfung zu freuen, das Leben zu genießen…
Das geht irgendwie auch Zuhause in Haus und Garten – mit einer offenen Tür…
Aber das Leben ist eigentlich ein unterwegs sein zu Gott, zu den Menschen und auch zu mir selbst. Geht hin… heißt es, seid stets bereit zuzuhören und jeder Zeit bereit Rede und Antwort zu stehen, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid.
Das AllZeitBereit-Gepäck veranlasst mich, mir bewusst zu machen, dass wir hier keine bleibende Stadt haben. Die Ewigkeit möchte ich beim Vater im Himmel verbringen, wo Jesus mir schon eine Wohnung vorbereitet. Er kommt wieder, um uns “abzuholen”.
Also sich nicht a là My home is my castle zu Hause hübsch verschanzen und zu fest verorten. Gar nicht schlecht, das zum Start im eigenen Haus auf den Weg bekommen zu haben.

Sich einmal bewusst zu machen, was man eigentlich wirklich täglich zum Leben braucht und worauf man auch gut verzichten kann, ist das zweite, worauf mich das AllZeitBereit-Gepäck gebracht hat – Stichwort Minimalismus. Ich bin dankbar für das, was ich habe, soviel zum Freuen, Schönes und Nützliches, im Überfluss und zur Bequemlichkeit, unverdient geschenkt für mich und für meine Mitmenschen. Der AllZeitBereitGedanke bewahrt mich davor, das Herz an die falschen Dinge zu hängen und hilft auf die richtigen Werte zu setzenSchätze im Himmel, nicht auf Erden, wo sie von Rost und Motten gefressen werden, außerdem schont er die Finanzen, die Nerven und spart Zeit.

Ich wünsche dir ein entspanntes Unterwegssein mit Familie und mit Jesus.

(zum Nachlesen: Markus 16,15; Jakobus 1,19; 1.Petrus 3,15; Hebräer 13,14; Johannes 14,2-3; vgl. Matthäus 6,19-21)

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Vielleicht habe ich ja eine besonders lange Leitung, dass ich erst nach einem Jahrzehnt Familienleben auf den Trichter komme, dass Packen und Verreisen mit Familie auch schneller und entspannter geht…
Vielleicht hast du schon längst ein gutes System fürs Packen für kurze Trips mit Familie. Welche Tipps kannst du weitergeben? Ich freu mich über Austausch in den Kommentaren.

(PS: Wenn dir mein System gefällt und du für noch mehr Inspiration Interesse an meiner persönlichen Checkliste fürs AllZeitBereit-Gepäck hast, kannst du mich gerne über das Kontaktformular anschreiben.)

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4 thoughts on “AllZeitBereit-Gepäck

  1. Vor einiger Zeit hörte ich mal, wie viele Vorräte man für den Notfall im Haus haben sollte. Ich scheiterte bereits daran, genug Wasserflaschen für 7 Personen für eine Woche im Keller zu haben… der Platz fehlt einfach. Also habe ich das wieder verworfen, geht halt nicht. Deine Gepäckideen dagegen finde ich ziemlich sinnvoll. Ich habe schon lange eine Universalpackliste für Urlaube. Eine Liste für den Sommer, eine für den Winter… Ich muss sie mal wieder anpassen, denn Windeln und co. brauchen wir nicht mehr *juhu*. Inzwischen schreibe ich den größeren Kindern vorm Urlaub eine Liste, damit sie selbst packen können und verantwortlich sind. Ich muss sagen, das entlastet mich. Das könnte ich natürlich noch digitalisieren, damit es schneller geht… Ich krieg ja schon beim Zuhören die Krise, wenn andere Frauen erzählen, dass sogar die Klamotten für ihren Mann im Urlaub packen.Danke für die Anregungen, das denke ich die nächsten Tage mal noch weiter… Liebe Grüße, Martha

    1. Liebe Martha, Oh ja, das hab ich auch gelesen, für 7 Personen sollte man ca. 100l Trinkwasser parat haben für eine Woche, das fand ich auch utopisch in Flaschen. Wir haben jetzt ein paar größere Kanister mit Hahn dran, das ist wesentlich Platz sparender und kam z.B. beim Outdoor-Kindergeburtstag auch schon gut zum Einsatz fürs Trinken bzw. Händewaschen…
      Meine Listen hab ich irgendwann doch in den PC getippt, nachdem ich sie jedesmal wieder neu geschrieben hatte… geht leichter zu ergänzen und ist dann schnell ausgedruckt. Liebe Grüße, Jojo

  2. Das absolut Nervigste beim Packen ist, finde ich, die Unsicherheit, ob ich auch nichts Wichtiges vergessen habe. Deshalb habe ich seit Jahren eine Packliste (digital) mit drei Spalten – eine für 1 bis 2 Übernachtungen, daneben eine für 4-5 Tage und eine für “länger als eine Woche”. Alles steht nebeneinander, die erste Spalte hat halt mehr Lücken… Ich habe mit der ausführlichsten angefangen und dann weggestrichen…
    Hat sich bis jetzt gut bewährt.
    Lieben Gruß von Sr. Irmgard

    1. Liebe Schw. Irmgard, wie schön, hier von Ihnen zu lesen. Für verschiedene Varianten Urlaub (kurz, Woche, Ferienwohnung bzw. mit Verpflegung…) habe ich meine Listen mittlerweile auch digital. Die verschiedenen Varianten direkt nebeneinander zu haben, ist eine gute Idee, meine Korrekturen haben es nämlich meistens nicht von einem Tabellenblatt zum nächsten geschafft :) . Für die Kinder habe ich eine Liste mit “Klamotten” gemalt und in verschiedenen Farben die Anzahl der Teile der jeweiligen Kleidungsstücke dazugeschrieben, grün für ein Wochenende, rot für eine Woche, schwarz für 2 Wochen, das klappt ganz gut. Liebe Grüße, Ihre Jojo

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