An(ge)dacht, Muttersein, Nachgedacht

Wie eine Telefonansage auf Endlosschleife

Verrückt könnte man manchmal werden, während man sich den Mund fusselig redet. Ich fühle mich wie eine Telefonansage auf Endlosschleife:

„Setz dich richtig hin!“
„Mach den Mund zu beim Kauen!“
„Iss weiter, wir spielen jetzt nicht!“
„Wasch dir die Hände mit Seife!“
„Mach die Tür zu!“
„Mach das Licht aus!“
„Stell die Schuhe ins Regal!“
„Häng deine Jacke an den Haken!“
„Bring deine Brotbox zum Abwasch!“
„Tu deine Schmutzwäsche in den Wäschekorb!“
„Räum das gleich richtig weg!“
„Erledige erst deine Aufgaben!“ und so weiter und so weiter…

Wie oft sage ich das am Tag! Alle paar Sekunden am Esstisch, jedem Kind mehrmals von morgens bis abends? Warum klappt das nicht von alleine? Das sind doch keine komplizierten Forderungen! Es erleichtert doch das Miteinander, das Wiederfinden, schont unsere Ressourcen und die der Umwelt, fördert die Gesundheit! Ich meine es doch nur gut!

20180310_034226.JPG

Wir hatten bei uns jahrelang im Bad auf dem Spülkasten eine „Sprechbox“ stehen, also ein kleines Gerät, auf das man eine Nachricht aufnehmen und durch Drücken der Tasteroberfläche laut abspielen kann. Unsere nicht sprechende Tochter konnte damit „Hallo! Bescheid! Kannst du mir bitte helfen!“ sagen, wenn sie auf der Toilette war. Mittlerweile kann sie das auch so sagen, auch wenn sie es nicht immer tut, wenn es nötig wäre – aber das ist eine andere Geschichte.

Diese Sprechbox ist also gerade ohne Funktion und ich war schon drauf und dran, sie mit einem allumfassenden Bandwurmsatz zu besprechen. Dann hätte ich die Box direkt neben mir stehen und müsste nur noch auf den Taster drücken und das Ganze „Setz-dich-richtig-hin-mach-den-Mund-zu-beim-Kauen-mach-dies-mach-das…“ käme von ganz alleine, so oft ich es will.

Auf einmal fällt mir auf: Mache ich es nicht genauso wie die Kinder?

Wie oft habe ich schon Gottes Wort gehört:
Mach dir keine Sorgen! Gib mir deine Sorgen ab!
Mach aus Sorgen ein Gebet! Ich sorge für dich!

(vgl.
1.Petrus 5,7; Philipper 4,6)
Vertrau mir, und verlass dich nicht auf deinen Verstand! Ich hab alles unter Kontrolle!
Halte dich fest an mich! Ich bin treu, du kannst dich auf mich verlassen!

(vgl.
Sprüche 3,5; Hebräer 2,8; 2.Thessalonicher 3,3)
Hör auf mich! Ich meine es gut mit dir!
(vgl. 2.Mose 19,5; Jeremia 29,11)
Hab Geduld! Ich werde für dich handeln!
Verlier nicht die Hoffnung! Es wird alles gut.

(vgl. Sprüche 10,28; Psalm 37,5; 2.Mose 14,14)
Hab keine Angst, ich bin bei dir! Ich helfe dir!
Fürchte dich nicht! Ich leite dich. Ich schütze dich!

(vgl. Josua 1,9; Jesaja 41,10.13)

Auch ich bräuchte da oft eine Ansage in Endlosschleife, denn meistens denke ich an all diese guten Sätze erst, wenn (fast) nichts mehr richtig läuft.

20180310_034736.JPG

Was Gott wohl dabei über mich denkt? Er ist auf jeden Fall viel geduldiger als ich mit meinen Kindern.

Ist es nicht außerdem großartig, dass der himmlische Vater jeder Ermahnung gleich eine ermutigende Begründung folgen lässt!

Trotzdem tut es einer Beziehung doch irgendwie gut, wenn die Kommunikation sich nicht nur um solche Basics des Miteinanders dreht.

Vielleicht wäre es die bessere Variante, wenn ich für uns alle diese ermutigenden Ermahnungen Gottes auf die Sprechbox spreche!
(Und wenn du keine Sprechbox hast, kannst du sie dir auch auf Kärtchen schreiben!)

20070817_181420.JPG

Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.