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Neue Kraft (3) – Ich bin geschafft, Gott schafft’s

Ich fühlte mich geschafft und hatte es nicht mal geschafft, rechtzeitig an einen Geburtstag zu denken. Dem kleinen Geburtstagskind wollte ich wenigstens noch mit einer ermutigenden Karte gratulieren. „Mit Gott kannst du alles schaffen!“ könnte ich schreiben, – was andere ermutigen könnte, fällt mir besonders auf, wenn ich es selbst gerade nötig habe. Die Kartenauswahl, die ich hatte, war eher unbefriedigend, kein „David gegen Goliath“, keine Wundergeschichte, oder was ich sonst ermutigend gefunden hätte. Schließlich griff ich zu einem Tiermotiv.
Ich drehte die Karte um, um mit meinem Text loszulegen und las auf der Rückseite den Titel des Bildes: Gott erschafft die Welt!

Ja, das war es!
Gott hat die Welt erschaffen. (1.Mose 1)
Er schafft alles.
Mit ihm an der Seite kann ich alles schaffen!

Denn: „Ich vermag (kann!) alles durch den, der mich mächtig (stark und kräftig) macht.“ (Philipper 4,13)

Ich war baff, welchen Zusammenhang mir Gott plötzlich durch diese Karte vor Augen geführt hatte und notierte die starken Sätze auch für mich.

Vor Kurzem fand ich dann meinen Notizzettel wieder. Ich hatte mir auch noch diese Stellen aufgeschrieben:

Jesus sagt: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2.Korinther 12,9)

Er gibt den müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden (denen, die nichts schaffen).“ (Jes 40,29)

Mir kamen so einige Sätze in den Sinn, die ich mich in den letzten Wochen öfters sagen hörte:

„Ich bin so müde und schlapp.“
Und Sein Wort sagt mir: „Er gibt den Müden Kraft.

„Ich bin so kraftlos, ausgepowert, ich schaff nichts mehr.“
aber es heißt: „Er gibt Stärke genug denen, die nichts schaffen.

„Ich kann nicht mehr, wo ist meine Kraft geblieben.“
Doch da steht: „Ich kann alles, durch den, der mich kräftig macht.

Es war als ob Gott die Worte, die ich schon zig mal gelesen hatte, in diesem Moment direkt mir zusprechen würde.

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Und das gilt, einfach so?
Ja, das habe ich schon oft erlebt, wenn ich nicht mehr weiter wusste.
Aber was ist mit den Zeiten, wo Er scheinbar gar nicht hilft?
In der Jesajastelle steht weiter:

Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31)

Ja, Gott schenkt mir neue Kraft, wenn ich mich mit meinen Schwierigkeiten ihm ganz anvertraue, auf seine Hilfe hoffe und es nicht aus eigener Kraft bewältigen will.

Gottes Zuspruch ist aber auch keine Wunderpille mit der ich ständig über meine Grenzen gehen kann ohne zu pausieren.

Eine Auslegung vermutet, dass das Beispiel mit dem Adler Bezug nimmt auf eine Adlerart, die eine Sturzmauser durchmacht. So ein Adler verliert seine „Flugfedern“ alle gleichzeitig und kann dann für eine Weile gar nicht fliegen, bis sie wieder ausreichend nachgewachsen sind. Nach dieser Verjüngungskur ist er dann um so kraftvoller.

Es braucht Geduld bis die Kraft wieder da ist. Und da steht ja auch etwas von „harren“. Ein so ungebräuchliches altes Wort, doch kenne ich kaum ein anderes, das dieses ausdauernde, hoffende Warten auf Gottes Eingreifen besser ausdrückt.

Gott gibt neue Kraft, aber er gibt auch Pausen. Die hat er selbst geschaffen (!) und selbst eingelegt, als er die Welt geschaffen hatte. Er hat jeden 7. Tag für uns als Ruhetag gedacht, dazu Tag und Nacht, einen Rhythmus für Arbeit und Entspannung. Den Ruhetag hat Gott angeordnet, damit wir uns für ihn Zeit nehmen können. Wenn wir uns auf ihn ausrichten, füllt er uns mit neuer Kraft.
Denn: “Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Wenn ich permanent diese Ruhezeiten auslasse, dann verordnet Gott mir vielleicht mal eine Sturzmauser, bevor er die Kraft wieder schenkt, führt mich durch eine Krise, aus der ich gestärkt heraus gehe. Das ist kein angenehmes Gefühl, es ist Ohnmacht statt Macht, dieses „Ich schaff nichts mehr“, „Ich bin ausgepowert“. Ich muss es mir eingestehen und zugestehen und diese Auszeit einfach annehmen, hoffentlich bevor es ein richtiges Burnout wird.
Ich darf eine Zeit des Nichts-Schaffen-Müssens und Nichts-Schaffen-Wollens haben, dafür mich (aus)ruhen und neu besinnen. Denn:

„Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“
(Jesaja 30,15)

„In der Ruhe liegt die Kraft“.

Mit der Ausrichtung auf Jesus und neuer Ordnung innerlich und äußerlich kann wie durch einen geöffneten Tankdeckel neue Energie ins Leben kommen.

Gottes Macht und Kraft beeindrucken mich, ich staune, wie Gott es auf so überraschende Art und Weise schafft, mich zu ermutigen (durch die Karte) und neu zu stärken (durch seine Zusagen und sein Ruheangebot).

Wie auch immer du dich gerade fühlst und was auch immer vor dir liegt:

Mit Gott kannst du alles schaffen!

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Fragst du dich, wie so eine Auszeit als Mutter mit Kleinkindern, Schulkindern, Ehrenamt, Arbeitsleben… möglich werden kann? Darauf will ich noch mal in einem weiteren Beitrag eingehen.
Schreib gerne von deinen Erfahrungen in einem Kommentar.

 

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2 thoughts on “Neue Kraft (3) – Ich bin geschafft, Gott schafft’s

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