An(ge)dacht, Auftanken - Ausbrennen

Neue Kraft tanken (1)

Von allen Seiten schreit es mir im Moment „mehr Energie!“ entgegen.
Die Füllstandsanzeige unseres Heizöltanks wanderte viel schneller, als der Nachschub geliefert werden kann, dem Ende entgegen und befindet sich schon seit einer Woche ziemlich genau bei Null, weshalb wir am Wochenende immer wieder ein Gebet um eine wundersame Ölvermehrung zum himmlischen Vater geschickt haben. Irgendwann sprach mein Sohn es als erster aus: “Mama, das ist wie mit dem Öl im Krug bei der Witwe von Zarpat, bei der Elia zur Zeit der Hungersnot wohnte!” – Wenn auch unser Anliegen nicht ganz so existentiell ist, wie ihres damals war.

Auch meine Freude über die herrliche Sonne, die wir den ganzen Winter über kaum gesehen haben, die uns über die Solaranlage nun wieder die benötigte Wärme hätte liefern können, bekam nach kurzer Zeit einen Dämpfer. Die erstmals wieder intensive Sonnenstrahlung offenbarte, dass die Solaranlage ihren Dienst über den trüben Winter quittiert hatte und nun statt Wärme von Dach zu holen, höchstens welche aus dem Speicher abtransportiert. Es fließt nichts mehr von den Kollektoren zurück in den Speicher, wahrscheinlich ist zu viel Luft im System. Ein Termin mit einem Anlagentechniker ist noch nicht in greifbarer Nähe.

Und mein persönlicher Energietank ist auch irgendwie leer.

Als ich am Abend vor dem Einschlafen zu meinem Andachtsbuch greife, kreisen meine Gedanken immernoch um das Thema Energie. Ich lese den Text des Abends:

„MEINE unerschütterliche Liebe ist dein „Treibstoff“. Diese übernatürliche Energiequelle durchströmt dich großzügig, wenn du vertrauensvoll auf mich schaust. Das füllt nicht nur deinen Energietank; es ermöglicht mir auch, andere Menschen durch dich zu lieben.“ (Sarah Young)

Passender könnte die Botschaft an diesem Abend kaum lauten!

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Am nächsten Tag kreisen meine Gedanken weiter.

Ja, es ist nötig, körperlich Kraft aufzutanken durch Ruhe, Schlaf und Erholung. Der Füllstand dieses meines Öltanks kann sehr schwanken, für einen Grundvorrat an Öl sollte ich aber möglichst immer sorgen. Aber Wellness allein reicht nicht für einen gesunden Energiehaushalt.

Denn da gibt es noch dieses zweite System: Meine Seele braucht auch Lebensenergie.

Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da.
Streck dich ihr entgegen, nimm so viel wie du brauchst.

Ich denke an die Solaranlage. Je direkter die Sonne die Kollektoren bescheint, desto mehr Sonnenenergie sammeln sie und geben sie an die Trägerflüssigkeit ab, die die Wärme wiederum durch den Kreislauf in den Speicher transportiert. Liebe ist Kraft, und Liebe gibt Kraft. Liebe stillt mein Bedürfnis nach Sinn, Wertschätzung und Sicherheit im Leben, sie beflügelt mein Tun.

Wenn ich mich in meinen Beziehungen geliebt fühle oder selbst lieben kann, gibt mir das Kraft. Und nichts raubt mir mehr Kraft als Konflikte und Probleme in Beziehungen. Wenn Verletzungen irgendwo das System leck geschlagen haben, fließt die Liebe nicht mehr in meinen Speicher, sondern läuft aus dem Beziehungsgeflecht, bis irgendwann nichts mehr da ist, was Energie transportieren kann. Oder im Miteinander sind die Emotionen so hochgekocht, dass nur noch Dampf in der Leitung ist. Auch der lässt sich nicht als Energiefluss in den Speicher pumpen. Anstatt aus den Beziehungen Kraft zu schöpfen, ziehen sie noch zusätzlich etwas von meiner körperlichen Energie ab, die ich in den Speicher geladen habe.

Wie gut, dass ich Jesus mein Solarsystem zur Wartung hinhalten kann. Er findet die wunden Punkte, verbindet und füllt mich neu mit seinem Geist, durch den seine Liebe in mein Leben fließen kann.

Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist. (Römer 5,5)

Ich kann von keinem Menschen, weder von meinem Mann, meinen Kindern, Familie oder Freunden, erwarten, dass sie alle meine Probleme regeln und alle meine Bedürfnisse stillen.

Aber ich habe diese „übernatürliche Energiequelle“.

Gott, der Herr, ist Sonne und Schild. (Psalm 84,12)

Er ist immer da, wie die Sonne.
Wenn ich Jesus, das Licht der Welt, ansehe, kann ich alles auftanken, was ich brauche (vgl. Johannes 8,12). Vielleicht ist auch nötig, dass ich dafür einmal den Dreck von meinen Kollektoren putze, damit sein Licht wieder richtig hineinstrahlen kann.

Und er ist die Liebe in Person. (vgl. 1.Johannes 4,16)
Es war Liebe, die Jesus die Kraft für den Weg ans Kreuz gab, um uns frei zu machen von allem, was uns gefangen hält und belastet. Seine Liebe ist stärker als der Tod, sie besiegt das Böse, besiegt Hass. Seine Liebe heilt auch meine Verletzungen. Seine Liebe gibt mir neue Kraft.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. (1.Johannes 4,19)

Liebe kann sogar übermenschliche körperliche Kräfte freisetzen. Ich vergesse nie den Bericht über eine Mutter, die sich auf einem Bahnsteig durch das Durcheinander von Mitflüchtenden kämpfte, um mit ihrem Kind in den Zug zu gelangen. Das Kind und Gepäck hatte sie in den Zug geschafft, als die Türen schlossen und der Zug zu rollen begann. Sie schaffte es auf den anfahrenden Zug zu steigen und die verriegelten Türen aufzureißen, um bei ihrem Kind zu sein.

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27,1)

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Am Ende ist unser häuslicher Energieengpass geradezu ein Segen, weil er mir diese Zusammenhänge vor Augen geführt hat.

Und nun stelle ich mir die folgenden Fragen, vielleicht sind es auch Fragen für dich:

Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Grundvorrat an körperlicher Kraft gesichert ist?
Was raubt mir die Kraft?
Welche Beziehungen sind kräftezehrend? Warum?
Was kann ich daran ändern?
Wofür oder für wen muss ich mir Liebe schenken lassen?

Ich will voll Vertrauen auf Jesus schauen und bei ihm Liebe und Kraft tanken.

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