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ErHört

Ich bin sprachlos.
Da habe ich heute Morgen meinen Wecker unmotiviert mehrere Male abgewürgt und unter der Bettdecke Gott mit vielen Worten erzählt, wie an diesem Montagmorgen die Vorstellung, eine weitere Woche den ganzen Tag allein mit den Kindern zu sein, wie ein großer grauer Berg vor mir steht. Ich habe ihn gefragt, wie er sich das denn gedacht hat, wo er uns ja offensichtlich hier haben wollte, dass wir nun schon drei Monate hier sind und vor lauter Organisieren von behördlichen, kindergartentechnischen, ärztlichen und ähnlichen Kontakten immer noch keine privaten Kontakte haben. Dabei sehnen sich die Kinder – zumindest meine kleine Tochter ganz deutlich – danach, mit anderen Kindern zu spielen, und ich danach, mit anderen Frauen zu reden. Die Zeiten, dies in dieser Woche mit meinem allerbesten Mann zu tun, sind dazu auch sehr rar gesät, an einem Tag nach der Schule gleich anschließend Fortbildung und am Wochenende sogar eine Fortbildung mit dem Kollegium mit einer Übernachtung, da sind wir gleich drei Tage ganz alleine. Und zwischendrin noch der Tag, an dem wir endlich unsere neuen Fenster bekommen und ich mit den Kindern „die Handwerker beaufsichtigen“ und den Dreck wieder wegputzen soll.

Kaum sitze ich mit den Kindern am Frühstückstisch, klingelt das Telefon. Eine Freundin, die ich aus Ausbildungszeiten kenne, deren Namen ich kürzlich hier im Vorübergehen auf einem Veranstaltungsplan in einem Schaukasten gelesen habe und die ich dann noch auf Facebook unversehens bei einer gemeinsamen Freundin entdeckte, war dran. Nun rief sie auf meine Nachricht hin an und schlug vor, dass wir uns heute oder nächste Woche treffen könnten! Und schon hatten wir es eilig mit dem Frühstück fertig zu werden. Eine Stunde später spazierten wir mit den Kindern um den See und von Spielplatz zu Spielplatz und hatten dabei eine Menge Zeit zu reden, über das Leben hier und die letzten sieben Jahre, in denen wir keinen Kontakt hatten.

Kaum waren wir mit dem gemeinsamen Mittagessen fertig geworden und hatten uns verabschiedet, da klingelte das Telefon schon wieder. Meine Schwiegermutter war dran und erzählte mir, sie würden uns gern spontan besuchen kommen, da der Schwiegervater einen beruflichen Termin in unsrer Stadt hat. Sie könnten von Donnerstag bis Sonntag kommen. Als ich von unserem Wochenplan berichtete, war sie sehr erfreut, dass es nach der Fensteraktion gleich wieder Arbeit zu tun gebe. Und am Wochenende bin ich dann also auch nicht allein und die Kinder können nach Herzenslust mit Oma und Opa spielen!

Kaum fahre ich meinen Laptop hoch, um dies hier aufzuschreiben, finde ich eine Freundschaftsanfrage auf Facebook von einer zweiten Person aus unserer Stadt vor!

Ich bin sprachlos über Gott. Er hört! Er weiß Bescheid, das wollte er mir wohl heute ganz deutlich sagen. Da hätte ich gar nicht so viele trübsinnige Worte verlieren müssen. Dafür will ich ihm, bevor ich es mir jetzt unter meiner warmen Bettdecke gemütlich mache, mit wenigstens ebenso vielen Worten riesig Danke sagen und freue mich auf den Rest der Woche.

Weiter geht es mit: (Un)erhörte Fortsetzung

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2 thoughts on “ErHört

  1. So schön! Ich kenne die eingangs beschriebenen Gefühle nur zu gut und darum freue ich mich umso mehr, dass du so viele Lichtblicke an einem Tag geschenkt bekommen hast.

  2. Ja, es ist Wahnsinn. Heute haben sich die Kontakte gleich nochmal multipliziert. Wir waren in einer Eltern-Kind-Gruppe mit soo lieben Leuten, habe den Pastor der Gemeinde, in die wir nun regelmäßig gehen wollen, getroffen und eine Weile mit ihm gequatscht und dann rief noch eine Freundin der Freundin an, um sich mit mir zu verabreden…

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