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Zufall oder Pfingstgeschenk?

Letzten Donnerstag las ich morgens den Vers: „Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du nicht wusstest.“ (Das kündigte Gott Israel an in Jesaja 48,6). Spontan musste ich denken: „Solch eine Zusage würde ich gerne mal für unsere Wohnungssuche bekommen!“ Der Mai war schon fast rum und ich hatte mir sehr gewünscht, dass wir bis Ende Mai eine Wohnung für unseren Umzug nach Hamburg finden würden, denn Anfang Juli ist der Geburtstermin unseres dritten Kindes und am 1. August wird mein Mann bei seiner neuen Stelle anfangen. Wir hatten bis dahin schon so viel gesucht und viele Leute hatten für uns die Augen offen gehalten, aber außer drei Notlösungen, die alle einen entscheidenden Nachteil hatten, hatten wir noch nichts Geeignetes gefunden. Mir sagten alle nur immer wieder, dass es in dieser Stadt ja wirklich sehr schwierig sein würde, eine Wohnung zu finden. Außerdem wurden meist nur öffentliche Besichtigungstermine ausgegeben, die an lauter unterschiedlichen Tagen lagen, und man fährt ja nun nicht mal eben mitten im Referendariatsalltag bzw. schwanger mit zwei Kleinkindern von Hessen nach Hamburg.
Eigentlich hatten wir gehofft, am Pfingstsamstag auf Besichtigungstour fahren zu können, denn die Großeltern wollten zum Kinderhüten herkommen. Obwohl wir noch nichts Konkretes anzuschauen hatten, nahmen wir uns aus lauter Verzweiflung vor, trotzdem den Tag zu nutzen, um vielleicht direkt in der Stadt noch mal andere Wohnungsanzeigen zur Besichtigung in einer Zeitung zu finden.
Am Donnerstagabend entdeckte mein Mann plötzlich „zufällig“ ein neues Reihenhausexposé. Es war in unseren laufenden Suchanfragen noch nicht vorgekommen und war das erste Angebot, was sich von der Beschreibung her wirklich interessant anhörte. Ich schickte gleich eine Anfrage wegen einem Besichtigungstermin los und hatte schon am nächsten Morgen die Nachricht, dass der öffentliche Besichtigungstermin – man staune – auf Samstagnachmittag festgesetzt sei!
Also machten wir uns am Samstag mit den Adressen der „Notlösungen“ und diesem Termin im Kopf auf den Weg. Die Fahrt dauerte wegen dem Pfingstreiseverkehr fast doppelt so lang wie normalerweise. Wir kamen zwar rechtzeitig an, hatten aber vor dem Besichtigungstermin gar keine Zeit mehr, etwas anderes anzusehen. Wir konnten gerade noch eine Zeitung kaufen und feststellen, dass die auch keine in Frage kommenden Wohnungsangebote enthielt.
Anstatt die letzten Minuten vor dem Haus zu warten, schauten wir uns kurz die Umgebung an und waren gleich begeistert. Direkt hinter dem Garten lag ein Wäldchen und ein See mit schönen kinderwagentauglichen Wegen drum herum, außerdem noch ein wenig Park und Wiesen. Soviel Vogelgezwitscher, wie uns dort empfing, hatte ich schon lange nicht mehr gehört. Von einem See und Natur in der Nähe hatte ich immer schon geträumt.
Als wir dann vor dem Haus standen, sammelten sich allmählich die weiteren Interessenten, viele junge Paare, die ihre kleinen Kinder mitgebracht hatten und es wurden immer mehr, bestimmt 15 Familien. Zuletzt erschien der Makler und die Menge quetschte sich hinter ihm her ins Haus, es wurde gerammelt voll darin. Es fiel mir schwer, die tatsächliche Größe der Räume festzustellen, aber als ich mal ein paar Wände mit einem Zollstock maß, bestätigte sich mein Eindruck: Es war schon ein kleines, vor allem sehr schmales Häuschen. Leider etwas an Platz, kein Keller und ein Zimmer weniger, als wir uns vorgestellt hatten. Würden unsere drei Kinder in dem schmalen Kinderzimmer zusammen auskommen? Aber alles in allem waren wir ganz angetan. Niemand, der uns auf dem Kopf rumtrampeln würde und niemand den wir ebenso nerven könnten, dafür ein eigenes kleines Gärtchen, wo die Kinder alleine spielen können, eine sonnige Terrasse und Spielplätze auf dem weiteren Gelände. Auch ein Bahnhof wäre in der Nähe und die Schule für meinen Mann gut zu erreichen.
Alle weiteren Punkte unserer Wunschliste wären erfüllt und preislich alles verhältnismäßig günstig, das beste Angebot, was wir überhaupt gefunden hatten.
Wir füllten den Bewerberbogen aus und hörten, dass die Entscheidung am Donnerstag fallen sollte. Wenn wir dann tatsächlich ausgewählt werden würden, dann würden wir auch nicht länger überlegen, mit ein paar Einschränkungen würden wir die nächste Zeit schon klar kommen, dachten wir.
Am Dienstag kam dann ganz unerwartet ein Anruf aus dem Maklerbüro. Ob ich mich noch an die Besichtigung des Reihenhauses Sowieso erinnern könnte? Natürlich konnte ich das! Der Makler fragte nochmal verschiedene Angaben aus dem Bewerberbogen ab, unsere Familiensituation usw., und sagte dann, er würde sich mit uns gerne noch mal persönlich am Tisch unterhalten. Ob wir demnächst wieder in der Stadt wären? Nein, aber wir könnten das einrichten, meinte ich, oder gäbe es noch andere Möglichkeiten? Ja, er könnte in der Liste weitergehen, hieß es, wir stünden wohl erst mal ganz oben drauf. Außerdem sagte er, es wäre ein Pfingstgeschenk gewesen, dass so wenig Interessenten für das Haus da waren! Mein Mann konnte mit ihm gleich einen Termin für Freitag ausmachen und wir organisierten die Papiere, die wir noch vorlegen sollten.
Also fuhr mein Allerbester eine knappe Woche später wieder los. Im Büro der Wohnungsbaugesellschaft wusste zunächst niemand Bescheid, denn der zuständige Betreuer war leider krank geworden. Eine Mitarbeiterin hatte dann allerdings doch Infos zu unserem Fall und nach einer halben Stunde Warten, die Sprechzeit war schon längst vorüber, saß mein Mann an dem Schreibtisch unseres Ansprechpartners, auf dem alle Vertragsunterlagen schon fertig vorbereitet lagen. Er musste nur noch unsere Papiere abgeben und konnte den Vertrag sofort unterschreiben und alle weiteren Informationen mitnehmen.
Jetzt sind wir also stolze Mieter eines kleinen Häuschens mit kleinem Gärtchen, das unsere Wünsche erfüllt und alles erledigte sich innerhalb einer guten Woche nach nur einer Besichtigungsreise und gerade noch vor Ende Mai!

Ein geniales Pfingstgeschenk! Sollte das alles Zufall sein? Höchstens so ein Zufall nach dem Motto von unserem Trauspruch: Macht euch keine Sorgen um euer tägliches Leben, um Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung, Geld. Euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht. „Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird euch das alles zufallen!“ (NL und LÜ von Matthäus 6,33). Ein toller Bibelvers, ein hoher Anspruch an uns und ein tolles Erlebnis, wenn Gott den Zuspruch erfüllt, obwohl wir seinem Anspruch kaum so recht genügen.
Wir fühlen uns riesig beschenkt!

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4 thoughts on “Zufall oder Pfingstgeschenk?

  1. Ich freue mich so für euch, auch wenn ich euch noch nie gesehen habe! Zudem macht mir eure Gesichte Mut, von Gott das Unmögliche zu erwarten.
    Danke!

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