Gesellschaft, Muttersein, Nachgedacht

Warum ich gerne Mutter bin

Man wird nicht berühmt durchs Muttersein, man verdient kein Geld damit und statt auf der Karriereleiter aufwärts geht es bei vielen sogar abwärts. Man bekommt oft das Gefühl vermittelt, dass man nichts Richtiges tut und besser noch einen anderen Job nebenbei annehmen sollte, obwohl Muttersein, zumindest mit Kleinkindern, ein ziemlich anstrengender Rund-um-die-Uhr-Job ist, der Höchstleistungen von einem abverlangt. Man hat kurze oft unterbrochene Nächte und tagsüber nie endende Arbeit, aber vor allem Kinder, deren Zukunft von dem, wie ich sie darauf vorbereite oder nicht vorbereite, geprägt wird.

Trotzdem möchte ich mit niemandem tauschen, der keine Kinder hat. Bei aller anstrengenden und von anderen oft wenig geschätzten Arbeit hilft es mir, mir immer wieder mal die vielen schönen Seiten des Mutterseins ins Bewusstsein zu rufen. Ich denke:

Muttersein ist eine lohnende Herausforderung.
Ich finde es eine tolle und verantwortungsvolle Aufgabe, kleine Menschen beim Heranwachsen zu einer starken eigenständigen Persönlichkeit zu begleiten, damit sie in der nächsten Generation ein Segen sein können für ihre Mitmenschen und einen Beitrag leisten, dass es auf dieser Welt ein klein wenig freundlicher wird.

Muttersein bildet und erweitert den Horizont.
Ich habe durch meine kleinen Kinder schon eine Menge gelernt, habe mich selbst und meinen Mann besser kennen und verstehen gelernt und habe einen neuen Blick für Menschen, Werte und Ziele bekommen. Ohne die Kinder und die Möglichkeiten, die mir die Zeit zuhause als Mutter bietet, hätte ich wahrscheinlich noch nicht herausgefunden, für welche Ziele ich wirklich gerne leben will und welche Gaben und Interessen ich dafür einsetzen und ausbauen will. Und hätte  Dinge, die mir nicht so liegen, wie gewisse Managmentfähigkeiten, nicht so viel geübt, dass sie sich gezwungener Maßen doch noch bei mir entwickeln.

Muttersein erfüllt das Leben mit Freude.
Die Kinder geben mir jeden Tag viel zurück. Wie schade, wenn kein Schlafsackwichtel morgens freudestrahlend die Schlafzimmertür aufstoßen würde und noch ein wenig Kuscheln wollte. Und wer würde mir sonst Gesellschaft beim Kochen leisten und nebenbei begeistert rohen Rhabarber, Zwiebeln oder Zitrone vertilgen? Beim Mittagessen würden keine klebrigen Spinatfinger meinen Unterarm streicheln und liebevoll in meine dicke Nase kneifen. Keine kleinen Hände würden mir eine Scheibe Brot reichen, wenn mein Teller leer ist und mir zeigen, welche Wurst ich dazu essen soll. Niemand würde mir deutlich machen, dass nur ich jetzt helfen kann, den Finger aus dem Loch, in das dieser alleine hineinging, wieder herauszuholen und dass nur ich über eine schmerzende Beule hinwegtrösten kann. Wer würde mich mit charmantem Zublinzeln von meiner Büroarbeit wegholen und beim Baden jauchzend dafür sorgen, dass ich vor der Wanne gleich mitdusche? Keiner würde so ansteckend über alltägliche Kleinigkeiten und Unsinn lachen und Streiche aushecken, die uns eine Menge Spaß – und Arbeit – verschaffen.

Muttersein ist durch nichts und niemanden zu ersetzen.
Niemand anders kann für meine Kinder Mutter sein.
Und ich würde mich abends wahrscheinlich öfter fragen, ob ich etwas Sinnvolles an diesem Tag getan hätte oder nur für mich gelebt hätte.

Ohne Kinder wäre viel weniger Liebe, Lachen, Glück und Sinn in meinem Leben. Deshalb bin ich gerne Mutter, mit und ohne „richtigen“ Zweitjob.

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4 thoughts on “Warum ich gerne Mutter bin

  1. Danke :) .
    Ein merkwürdiges Phänomen, warum Bewertungen und Kommentare etc. manchmal erscheinen und dann wieder nicht. Das geht mir auf Facebook ständig so.
    Ich hoffe nur, das meine Seite hier nicht so oft spinnt :) .

  2. DANKESCHÖN!!!!
    Treffender hätte ich meine Rolle als Mama nicht beschreiben können. Du sprichst mir aus der Seele und mir sind grad die Tränen in die Augen geschossen, weil mir gleich mindestens 10 Situationen mit Kjell eingefallen sind und man als Mama ja leider selten wirklich so gesagt bekommt, was man alles kann und macht. Und man macht diese Dinge, wie z.B das gemeinsame Kochen ja nicht gut durchgeplant, sondern meist so nebenbei und es entstehen daraus so tolle Geschichten und Ereignisse, die wir wahrscheinlich noch unseren Enkeln erzählen werden.

    Liebste Grüße

  3. Liebe Jojo,

    vielen Dank für diesen Artikel!

    Er spricht mir so aus der Seele, nur dass ich das nie so in Worte packen könnte.

    Liebe Grüße
    Anja

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