Besondere Kinder, Erlebt

Die Heilung des Gelähmten

Bevor unsere große Tochter geboren wurde, habe ich über ihrem Bett ein Bild von Kes de Kort aufgehängt, auf dem zu sehen ist, wie der Gelähmte auf der von seinen Freunden durchs Dach heruntergelassenen Decke vor Jesus liegt.
Unsere Große ist ein ganz fröhliches, ruhiges und zufriedenes Mädchen, ein richtiger kleiner Sonnenschein. Allerdings fiel mir eigentlich schon von Anfang an auf, dass sie irgendwie besonders ist und sich anders entwickelt als die meisten Kinder, jeder Schritt, etwas Neues zu lernen, dauert bei ihr sehr lange.
Zum Beispiel das Laufenlernen: Etwa die Hälfte der Kinder läuft mit einem Jahr die ersten Schritte, Aila konnte mit 11 Monaten immer noch nicht krabbeln oder sitzen. Ich machte mir manchmal Gedanken darüber, was dahinter steckt, dass ihr das Krabbelnlernen so schwer fällt. Dabei blieb mein Blick einmal an dem Bild über ihrem Bett hängen und ich dachte, ich will es genauso machen, wie die Freunde auf dem Bild: Ich will meine Tochter zu Jesus bringen und ihn bitten, dass er ihr hilft, dass sie laufen lernen kann, dass sie sich ganz gesund entwickeln kann. Vielleicht war es ja gar kein Zufall, dass ich aus meiner Bildersammlung gerade dieses ausgewählt hatte, um es für sie aufzuhängen. Ich begann zu beten, dass sie bis zu ihrem 1. Geburtstag krabbeln und sitzen lernen möge. Einige Wochen Zeit waren noch bis zu dem Geburtstag, und je näher er kam, desto erwartungsvoller wurde ich. Aila machte zwar einige Fortschritte, die zum Krabbelnlernen wichtig sind, doch ihr Geburtstag verging, ohne dass sie den Entwicklungsschritt geschafft hatte. Ich war enttäuscht von Gott, hörte er nicht? Aber ich hatte den Eindruck, ich könnte weiterbeten, dass sie es bis zu ihrem eigentlichen Geburtstermin zwei Wochen später lernen möge. Vier Tage nach ihrem Geburtstag hatte ich selbst Geburtstag und ganz unvermittelt setzte sich Aila an diesem Tag plötzlich zum ersten Mal hin. Das war ein tolles Geburtstagsgeschenk und eine halbe Gebetserhörung. Und dann kam der 13. Oktober, ihr errechneter Geburtstermin. Und genau an diesem Tag fing sie an, mehrere Schritte vorwärts zu krabbeln! Wie genial, das war kein Zufall, fand ich, es war eine wunderbare Gebetserhörung. Ich war so dankbar dafür, denn sie hat mein Gottvertrauen neu gefestigt, sonst wäre ich wahrscheinlich ziemlich ins Zweifeln gekommen. Aber so merkte ich, Gott kümmert sich um mich und um meine Familie, er hat die Zeit und alles in seinen Händen.

Trotzdem wurde bei unsrer Tochter mit einem Jahr immer deutlicher, dass sie für jeden Entwicklungsschritt viel länger brauchte, als es im Rahmen des Normalen üblich ist. Die Kinderärztin schickte uns ins SPZ, wo sich auf die Entwicklung von Kindern spezialisierte Ärzte um sie kümmerten. Wir entschieden uns, im Krankenhaus einige Tests durchführen zu lassen, um schwerwiegende und eventuell behandlungsbedürftige Ursachen für die Entwicklungsverzögerung ausschließen zu können. Und wenn es doch welche gab, konnte Gott da nicht auch ein Wunder tun wie bei dem Gelähmten?

(Fortsetzung in “Hauptsache gesund“)

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